Die Frauenleserin – Blogparade zum Jahreswechsel

 

Frauenleserin Kerstin Herbert hat zu einer Blogparade eingeladen und dazu einige Fragen gestellt, die ich sehr gerne beantworte:

Kerstins Frage: Wie hoch ist Deine „Frauenquote“? Wieviele Bücher hast Du in diesem Jahr gelesen und/oder rezensiert? Wieviele davon wurden von Autorinnen verfasst?

Meine Antwort: Aus dem Bauch heraus würde ich sagen: Mindestens fifty-fifty. Auf diesem Blog ist 100 % Frauenquote ja sozusagen Programm, auch wenn gelegentlich mal ein Autor hineinrutscht. Ich hab dann doch nachgezählt: Heuer waren das 25 Autorinnen und 1 Autor. Daneben blogge ich auf BritLitScout auch noch über englischsprachige Literatur, und da sieht die Sache anders aus: 9 Autorinnen stehen 18 Autoren gegenüber. Insgesamt also 34:18 – da ist Luft nach oben. 

Kerstins Frage: Welches Buch einer Autorin ist Dein diesjähriges Lesehighlight?Weiterlesen »

Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht

9783837143195_CoverIm deutschen Sprachraum ist der Name Mitford nur wenigen bekannt, in Großbritannien hat er einen ähnlichen Klang wie in den USA der Name Kennedy, und auch die Lebensumstände der beiden Familien sind vergleichbar. Eine hohe gesellschaftliche Stellung, eine große Kinderschar, hineingeboren in ein Luxusleben, sorglos und ohne wesentliche Einschränkungen aufgewachsen, die Burschen dazu bestimmt, später gestalterisch im Land zu wirken, die Mädchen dazu erzogen, solche Männer mit großer Zukunft zu heiraten und Society Ladies zu werden. Bei den Kennedys erfüllte der Nachwuchs diese Erwartungen, bei den Mitfords lief es etwas anders. Während der einzige Sohn 1945 beim Kriegseinsatz in Burma starb, waren es die sechs zwischen 1904 und 1920 geborenen Töchter, die der Familie zu ihrer bis heute anhaltenden Berühmtheit verhalfen. Nachdem sie in ihrer Jugend auf dem gesellschaftlichen Parkett reüssiert hatten, gestalteten sich ihre weiteren Lebenswege sehr unterschiedlich:Weiterlesen »

Ein Weihnachtsgeschenk für Buchhändler*innen

Der Heilige Abend rückt näher, und damit kommt auch in all jene Bewegung, die nicht schon Monate vor dem Fest Listen mit möglichen Geschenken angelegt oder diese Geschenke sogar schon fein säuberlich verpackt im hintersten Winkel des Kastens versteckt haben – also in die übrigen 80 % der Bevölkerung. Diese 80 % teilen sich meiner Erfahrung nach in zwei Gruppen: jene, die  losstarten (oder lossurfen), um für ihre Lieben doch noch irgendwie irgendetwas Brauchbares zu ergattern, und jene, die gemütlich zu Hause sitzen bleiben, weil sie ohnehin wissen, dass sie das beste Geschenk von allen in petto haben: ein Buch. Und das lässt sich auch noch in letzter Sekunde in der nächsten Buchhandlung kaufen. Wenn man weiß, welchen Titel man möchte, bzw. mit welchem Titel man dem/der zu Beschenkenden Freude machen kann. Und wenn man es nicht weiß, dann hat der/die Buchhändler*in doch sicher den richtigen Tipp. Auch noch am letzten Einkaufssamstag oder am 24. – der fällt heuer auf einen Montag, da sind die Buchhandlungen ja noch bis Mittag geöffnet.

Es lässt sich leicht ausrechnen, was das für die Buchhändler*innen bedeutet, vor allem, weil diese es sich nicht nehmen lassen wollen, die Kund*innen gut zu beraten, schließlich ist Beratung immer noch das Ass im Ärmel, das sie von den Internetgiganten  unterscheidet. Was wünschen sich also Buchhändler*innen 8 Tage vor Weihnachten? Kund*innen, die eine vage Vorstellung davon haben, wonach sie suchen. Oder auch eine etwas konkretere.

Um einen kleinen Beitrag zur Erfüllung dieses Wunsches zu liefern, möchte ich hier nochmals die Bücher und Autor*innen präsentieren, die mir heuer am besten gefallen haben und die vielleicht auch anderen gefallen werden:Weiterlesen »

Die Mutter, die ich sein wollte. Die Tochter, die ich bin.

9783991002550Die Mutter aller Beziehungen, so nennen die Journalistinnen Birgit Fenderl und Anneliese Rohrer die Mutter/Tochter-Beziehung in ihrer gemeinsamen Bestandsaufnahme derselben. Die Analogie zur ‚Mutter aller Schlachten‘ (© Saddam Hussein) ist möglicherweise weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich (© Heinrich Böll), aber die Etikettierung mit kriegerischem Unterton sollte wohl besser mit einem Augenzwinkern verstanden werden, denn zum Glück ist das Feld, auf dem sich die Beziehungen abspielen, nicht immer eine Kampfzone. Manchmal aber doch.

In 17 Beiträgen zeigen die Autorinnen, wie unterschiedlich Frauen ihre Rolle als Mutter und/oder Tochter wahrnehmen und leben. Die Bandbreite reicht vom symbiotischen Miteinander bis zu größtmöglicher Distanz, und die Präsentation all dieser Varianten erfolgt unter einer klaren Prämisse:

Wir sind keine Therapeutinnen und haben auch keinerlei therapeutischen Ansatz. Wir sind Journalistinnen, die gelernt haben, genau hinzuschauen und gut zuzuhören. (S. 12)

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