Mein Lieblingstier heißt Winter

Norbert und Harald stehen auf dem Bauch eines Stegosaurus, um diesem den Dreck vieler Jahre abzuschrubben, denn der Dinopark, in dem sie am Werk sind, soll nach dem Willen eines großzügigen Sponsors wiedereröffnet werden. Die beiden Männer arbeiten für die Firma Schimmelteufel. Diese hat ihre Existenz der Tatsache zu verdanken, dass es der Putzfrau Sabine Teufel einige Jahre zuvor gelungen ist, an die zur Firmengründung notwendige Geldsumme heranzukommen. Währenddessen liefert Franz Schlicht Tiefkühlwaren aus, um eine alte Schuld abzutragen. In der brütenden Sommerhitze ist das eine Ochsentour, und es bleibt nicht die einzige. Sein Stammkunde Doktor Schauer kauft immer Rehragout, doch diesmal hat er noch einen anderen Wunsch, und Schlicht fühlt sich verpflichtet, den einmal übernommenen und im voraus bezahlten Auftrag zu erfüllen. Das bringt ihn mit seltsamen Menschen in Berührung und in große Gefahr. Schnell merkt Schlicht, dass alles irgendwie mit allem zusammenhängt, und er gibt nicht auf, bevor er alle Rückschläge überwunden hat und der Sache auf den Grund gegangen ist.

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Dunkelblum

Etwas mehr als eine Woche nach der Veröffentlichung der Longlist für den Deutschen Buchpreis wurden heute auch die für den Österreichischen Buchpreis 2021 Nominierten genannt, und während Monika Helfers Vati und Ferdinand Schmalz‘ Mein Lieblingstier heißt Winter auf beiden Listen zu finden sind, fehlt Eva Menasses soeben erschienener Roman Dunkelblum ganz. Schade!

August 1989. Nach dem unerwarteten Tod seiner Mutter kommt der Mittdreißiger Lowetz zurück nach Dunkelblum, einem Ort nahe der Grenze, und findet dort eine Welt vor, die er fast vergessen hatte, die aber immer noch beinahe so funktioniert wie in seiner Kindheit, in wesentlichen Zügen sogar noch immer so wie in der Jugend seines schon lange verstorbenen Vaters. Immer noch dieselben Nachbarn, immer noch derselbe Gemeindearzt, immer noch derselbe Greißler, immer noch dieselben Winzerfamilien, immer noch der Stammtisch in der Gaststube des Hotel Tüffer, und immer noch tut „eine Gruppe von ehemaligen Halbstarken“ ihr Möglichstes, damit keiner aus der Reihe tanzt.

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