FRÖHLICH FASTEN!

6724_FroehlichFasten_Umschlag.inddFröhlich Fasten, das klingt wie trocken schwimmen oder leise schreien, aber Susanne Fröhlich, die Autorin, die mir schon die positiven Seiten des Klimakteriums näher gebracht hat, weiß, wie das hinzukriegen ist. Nicht um abzunehmen, sondern in der Hoffnung, dadurch ihr Rheuma loszuwerden, hat sie 35 Tage lang aufs Essen verzichtet. Den Verlauf dieser 35 Tage und der Tage danach beschreibt sie in einem Tagebuch vom Fasten ehrlich und ohne Beschönigung, mit allen Auf und Abs, kleinen Siegen und frustrierenden Rückschlägen. Daran anschließend kommen Fastenexperten zu Wort, die die Fragen der Autorin rund ums Fasten beantworten, die medizinischen Hintergründe kurz umreißen und mit so manchem Mythos zum Thema Ernährung und Körpergewicht aufräumen. Dann liefert Susanne Fröhlich einen weiteren persönlichen Erfahrungsbericht: Sie erzählt von ihrem Aufenthalt in einer Fastenklinik und von ihren Begegnungen mit den anderen Gästen dort. Nachdem sie in Lohn der ganzen Qual ihr persönliches Fazit gezogen hat, lässt die Autorin noch Tonia Tünnissen-Hendricks, die Betreiberin des Internetportals www.heilfastenkur.de zu Wort kommen. Diese spricht über Fastentrends, beantwortet wichtige Fragen zu den Themen Verdauung und Sport und gibt Tipps zur Vermeidung von Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen und anderen körperlichen Schwierigkeiten. Zum Abschluss liefert Susanne Fröhlich ein Plädoyer für einen Versuch mit Kleinen Tipps fürs erfolgreiche Fasten. 

Meine Meinung: Von Heilfasten hatte ich schon einiges gehört, und auch wenn manche es als Spinnerei oder gefährliches Ausloten der persönlichen Grenzen abtun, war ich dazu immer positiv eingestellt, habe es aber nie selbst ausprobiert. Für mehrere Tage vollkommen aufs Essen verzichten und dabei möglicherweise auch noch einen normalen Alltag mit Job und Familie bewältigen? Das kann ich nicht, dachte ich. Susanne Fröhlich hat mich davon überzeugt, dass es machbar ist. Auch ihre Darstellung der heilenden Wirkung des Fastens bei Erkrankungen wie Rheuma oder Neurodermitis war für mich glaubwürdig. Und wenn man damit wieder gesund werden kann, dann hilft es sicher auch dabei, gesund zu bleiben. Fröhlich Fasten! liefert keine schrittweise Anleitung, es ist ein humorvoller Erfahrungsbericht mit nützlichen Anregungen, der auch dann interessant zu lesen ist, wenn man selbst nicht die Absicht hat, das Fasten auszuprobieren. Vor allem aber war das Buch für mich ein Plädoyer dafür, den Signalen des eigenen Körpers nachzuspüren und zu einem Lebensrhythmus zu finden, in dem zeitweiliger Verzicht etwas Natürliches ist. Morgen geht’s los.

Susanne Fröhlich, FRÖHLICH FASTEN! Macht Verzicht tatsächlich gesünder und glücklicher? Ein Selbstversuch mit allen Antworten! GRÄFE UND UNZER VERLAG 2019, 222 Seiten. Ich danke dem GRÄFE UND UNZER VERLAG herzlich für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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Diese schrecklich schönen Jahre

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Erinnert ihr Euch an Dame Edna Megastar, die voluminöse Schreckschraube mit lila Haaren und strassbesetzter Brille, die ihre atemberaubende Karriere dem australischen Komiker Barry Humphries verdankt? Ihrem Humor entkam nichts und niemand. Ihre Show flimmerte zu einer Zeit über deutschsprachige Bildschirme, als Crossdresser noch als Transvestiten bezeichnet wurden, Frauen jenseits der 39 ihren Platz nicht vor der Kamera, sondern zuhause auf dem Sofa einzunehmen hatten und auch die Jüngeren in Fernsehkrimis ausschließlich entweder die Leiche oder die Sekretärin spielten.  Einer von Dame Ednas Sketches bestand in einem Werbespot, in dem sie das Testimonial für ein neues Parfum gab: Menopause hauchte sie in die Kamera, als würde sie für J’adore werben. Lachen über die Wechseljahre, das war damals so häufig wie eine TV-Kommissarin, und wenn die körperlichen Veränderungen einer Frau allzu sehr zu schaffen machten, holte sie sich aus Großmutters Kräutergarten oder aus der Apotheke mit möglichst wenig Aufsehen entsprechende Mittelchen. Psychische Turbulenzen gab es nicht, das war mangelnde Vernunft oder mangelnde Disziplin.

Heute ist die Welt glücklicherweise eine andere: Weiterlesen »