Scarlett & Rhett

Vom Winde verweht stand bis vor kurzem ganz weit unten auf meiner Leseliste. Ein 1000-Seiten-Schinken mit einer durch die Verfilmung hinreichend bekannten Lovestory in einer durch Rassismus und lächerliche Moralvorstellungen geprägten High Society? – Nein danke! Dass der Roman 1937 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde und ich ihn auf Platz 21 der 100-Bücher-die-man-unbedingt-lesen-muss-Liste der BBC  entdeckte, von denen viele ganz bestimmt noch in diesem Blog behandelt werden, hat mich dann doch neugierig gemacht, also besorgte ich mir das englische Original.

Die erste positive Überraschung war das Vorwort von Pat Conroy, dem Autor von Herr der Gezeiten, einem meiner Lieblingsbücher. Nicht ohne Ironie nennt Conroy Margaret Mitchells Roman die „Illias“ der Amerikanischen Südstaaten, einen Gesang auf eine untergegangene Welt, und den letzten posthumen Sieg der Konföderierten.Weiterlesen »

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Dublin Girl

far from over

Der Singer-Songwriter Ed Sheeran besingt ein Galway Girl, also ein Mädchen aus dem pittoresken Hafenstädtchen an Irlands Westküste, dem er, wie er uns im Text seines Liedes wissen lässt, in Dublins schicker Grafton Street begegnet ist. In eben dieser Grafton Street endet die etwas zu ausgiebige Shoppingtour, mit der sich Gemma, eine 35-jährige geschiedene Alleinerzieherin, über die neuerliche Hochzeit ihres Exmannes hinwegtröstet. Wieso dieser Trost notwendig ist versteht sie selbst nicht ganz, hatte sie doch die Scheidung vor einigen Jahren selbst in die Wege geleitet und nie bereut. Aber Orla, Davids neue Frau, ist 11 Jahre jünger als sie, beruflich höchst erfolgreich und mit endlos langen Beinen ausgestattet, das schmerzt doch.Weiterlesen »