Die Frau im hellblauen Kleid

Volkstheater bühneneingang
Bühneneingang, Volkstheater, Wien

Die Frau im hellblauen Kleid ist Käthe Schlögel, Tochter eines Wiener Gemüsehändlers. Sie wohnt ganz in der Nähe des Theaters in der Josefstadt, beginnt ihre Karriere gegen den Widerstand der Eltern am Volkstheater und feiert in Prag und Berlin große Erfolge. Als Bühnen- und Filmstar begründet sie  so eine Schauspieler*innendynastie. Wenn dieser Begriff fällt, denke ich sofort an die Familie Hörbiger/Wessely und ihre Nachfahren. Aus diesem Grund habe ich beim Lesen vom ersten Kapitel an nach Parallelen Ausschau gehalten, und die gibt es durchaus: Im richtigen Leben wie im Roman beginnt der Erfolg in der Zwischenkriegszeit und setzt sich über vier Generationen bis in die Gegenwart fort. Damit ist es unvermeidlich, dass die erste Generation sich mit dem Naziregime und den Auswirkungen seiner Politik konfrontiert sieht und die nachfolgenden Generationen sich damit abmühen müssen, unangenehme Fragen zu beantworten und das aufzuarbeiten, was schiefgegangen ist. So erging es auch der Familie von Paula Wessely, deren Name im Roman auch tatsächlich erwähnt wird; aber die Art, wie das geschieht, macht deutlich, dass der Roman von Beate Maxian eben keine fiktionalisierte Familienbiographie ist, sondern seine eigene Geschichte erzählt.  Vera Altmann, als Schauspielerin weit weniger erfolgreich als ihre Mutter Marianne und ihre Großmutter Käthe, möchte eine TV-Dokumentation über ihre Familie drehen und liefert damit den Anstoß dafür, dass all das auf den Tisch kommt, worüber bisher nicht gesprochen wurde.Weiterlesen »

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